25.07.2017

Rückblick auf die 2. Energietour 2017

Energietour_2017_Sektorkopplung

Die zweite Energietour 2017 am 12.7. griff mit dem Thema „Sektorenkopplung – Wasserstoff als Energievektor“ einen für das Gelingen der Energiewende und für zukünftige Energiesysteme unverzichtbaren Baustein auf. 

Auch wenn der Ausbau erneuerbare Energien im Stromsektor beachtlich voranschreitet dominiert in den Sektoren Wärme und Verkehr immer noch die Verwendung fossiler Energieträger. Ein vielversprechender Ansatz, mittels erneuerbarem Strom die Sektoren Verkehr und Wärme ökologisch zu versorgen, ist „Power-to-Gas”. In diesem Zusammenhang gilt Wasserstoff schon lange als Energievektor der Zukunft, da er direkt aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt, gespeichert und als emissionsfreier Brenn- bzw. Kraftstoff genutzt werden kann.

Die erste Station, das Fraunhofer ISE in Freiburg, bot mit seiner Wasserstoff-Infrastruktur einen umfassenden Überblick über das Power-to-Gas Konzept und dessen Umsetzung im kommunalen Kontext. In seinem Vortrag ordnete Dr. Fabian Burggraf, Innovationsmanager des Innovations- und Effizienzclusters innoEFF c/o Klimapartner Oberrhein, das Thema Sektorenkopplung in den Kontext der Energiewende ein und erläuterte anhand zahlreicher Beispiele aus dem Mobilitäts- und Wärmesektor, dass Wasserstoff aufgrund seiner zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten als Energievektor, Brenn- und Treibstoff eine zentrale Rolle im zukünftigen Energiesystem zukommen wird. Neben den momentan verfügbaren Brennstoffzellen-Fahrzeugen treibt Wasserstoff mittlerweile auch Busse, LKWs, Züge, Fähren und sogar Flugzeuge an.

Dr. Christopher Voglstätter, Teamleiter „Power-to-Gas“ am Fraunhofer ISE gewährte im Anschluss Einblicke in die Wasserstoffprojekte des Instituts. Neben der elektrolytischen Erzeugung und Verwertung als Kraftstoff in der hauseigenen Wasserstofftankstelle wurde erst in diesem Jahr die H2-Einspeisung in das lokale Erdgasnetz der badenova realisiert. Bei der anschließenden Besichtigung der Tankstelle konnten wir uns ein Bild der technischen Herausforderungen der Erzeugung, Speicherung und des H2-Tankvorgangs bei Drücken bis zu 900 bar (!) machen.

Im Anschluss stand der Besuch der Rappenecker Hütte bei Oberried auf dem Programm. besuchen. Die Hütte kann mittlerweile auf eine 355jährige zurückblicken. Seit dem Ende der 1980er Jahre versorgt sich die Ausflugsgaststätte zudem vollkommen autark mit Strom. Nach der Installation der ersten Photovoltaikanlage 1986 – die heute noch in Betrieb ist (!) – wurden nach und nach Batteriespeicher und schließlich 2004 eine erste Brennstoffzelle zur Stromgewinnung aus Wasserstoff installiert. Das heutige Brennstoffzellensystem, so erzählte Inhaber Dirk Behringer, hat durch seinen verlässlichen Betrieb maßgeblich zum nahezu emissionsfreien Energiekonzept der Hütte beigetragen, so dass der ursprünglich installierte Dieselgenerator nur noch an einzelnen Wintertagen zugeschalten werden muss. Von dem seither deutlich gestiegen Komfort konnten wir uns im Anschluss bei einem Schwarzwälder Hüttenvesper selbst überzeugen!